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Audio und Displays / / 6 Min.

Zwei Bildschirme, der passende Ton

Wer zwei Monitore verwendet, kann den Ton entweder über die integrierten Lautsprecher eines einzelnen Displays, über externe Boxen, einen AV-Receiver oder getrennte Audiogeräte ausgeben. Entscheidend sind der Anschlussweg, die Fähigkeiten von Grafikkarte und Betriebssystem sowie die gewünschte Nutzung: ein gemeinsames Tonsignal, der schnelle Wechsel zwischen Monitoren oder unterschiedliche Audioquellen je Anwendung. Dieser Leitfaden erklärt die Voraussetzungen von HDMI, DisplayPort, USB und 3,5-mm-Klinke, zeigt die Einrichtung unter Windows und macOS, vergleicht praxistaugliche Lösungen und hilft bei typischen Problemen wie fehlenden Ausgabegeräten, stummem Monitor oder falscher Zuordnung.

Ein Arbeitsplatz mit zwei Monitoren verbessert Übersicht und Produktivität, wirft beim Klang aber oft eine einfache Frage auf: Wo soll der Ton herauskommen? Viele Displays besitzen Lautsprecher, doch nicht jedes Bildkabel überträgt Audio und nicht jedes Betriebssystem verteilt den Klang automatisch auf beide Geräte. Mit der richtigen Verkabelung und einer bewusst gewählten Ausgabe lässt sich der Ton zuverlässig über einen Monitor, externe Lautsprecher oder – mit Zusatzlösung – gleichzeitig über mehrere Ziele wiedergeben.

Grundlagen: Wie Audio den Monitor erreicht

Ein Monitor kann nur dann Ton ausgeben, wenn er Lautsprecher oder einen Kopfhörerausgang besitzt und das Audiosignal tatsächlich bei ihm ankommt. HDMI und DisplayPort können Bild und Mehrkanalton gemeinsam übertragen. Bei USB-C funktioniert dies nur, wenn der Anschluss einen DisplayPort-Alt-Modus, Thunderbolt oder eine vergleichbare Bildausgabe unterstützt. DVI und VGA übertragen dagegen üblicherweise kein Audio.

Wird jeder Bildschirm direkt an einen Ausgang der Grafikkarte angeschlossen, erscheinen die Monitore oft als getrennte Audiogeräte. Das ist normal: Das Betriebssystem erkennt beispielsweise „DELL U2723QE“ und „LG UltraGear“ als unabhängige Ausgänge. Ein ausgewähltes Gerät erhält dann standardmäßig den gesamten Systemton.

Die üblichen Anschlusswege im Vergleich

LösungVoraussetzungenGeeignet fürWichtiger Hinweis
HDMI oder DisplayPort zum MonitorMonitor mit Lautsprechern oder AudioausgangTon über genau einen BildschirmIm Betriebssystem den betreffenden Monitor als Ausgabe wählen.
Externe Lautsprecher am PC3,5-mm-Ausgang, USB oder BluetoothKonstanter Klang unabhängig vom aktiven MonitorMeist die unkomplizierteste Lösung für zwei Displays.
Lautsprecher am Monitor-KopfhörerausgangAudiofähige HDMI-/DisplayPort-VerbindungBoxen am bevorzugten MonitorDie Monitorlautstärke und das OSD dürfen nicht stummgeschaltet sein.
Dockingstation oder USB-AudiointerfaceKompatibles Dock beziehungsweise InterfaceLaptop-Arbeitsplätze und bessere AnschlüsseTreiber und Firmware des Docks können entscheidend sein.
Audio gleichzeitig an zwei ZielenSoftwaremixer, Interface oder VerteilerParallele Wiedergabe in zwei BereichenLeichte Verzögerungen zwischen Geräten sind möglich.

Vor der Einrichtung: Hardware sinnvoll prüfen

Sehen Sie zuerst in die technischen Daten beider Monitore. Begriffe wie „Built-in Speakers“, „Audio Out“ oder „Headphone Out“ zeigen, dass eine Tonwiedergabe möglich ist. Ein Monitor ohne Lautsprecher kann ein Audiosignal zwar empfangen, gibt es aber nur weiter, wenn ein Kopfhörer- oder Line-out vorhanden ist.

  • Prüfen Sie, ob jedes verwendete Kabel HDMI, DisplayPort oder USB-C mit Bildausgabe unterstützt.
  • Verbinden Sie die Bildschirme nach Möglichkeit direkt mit Grafikkarte oder Dockingstation.
  • Installieren Sie aktuelle Grafiktreiber von AMD, Intel, NVIDIA oder dem Gerätehersteller.
  • Öffnen Sie das Bildschirmmenü (OSD) und kontrollieren Sie Lautstärke, Stummschaltung und Audioquelle.
  • Bei Desktop-PCs sollten Aktivlautsprecher bevorzugt am PC oder an einem Audiointerface angeschlossen werden.

Zwei Monitore bedeuten nicht automatisch zwei gleichzeitig aktive Tonquellen. Die Standardausgabe des Betriebssystems bestimmt zunächst, welches Gerät den Systemklang erhält.

Audioausgabe unter Windows auswählen

Unter Windows 11 gelangen Sie über Start > Einstellungen > System > Sound zur Gerätauswahl. Im Abschnitt „Ausgabe“ werden angeschlossene Monitore, Kopfhörer, USB-Interfaces und Bluetooth-Geräte aufgeführt. Wählen Sie den Monitor aus, dessen Lautsprecher oder Kopfhöreranschluss Sie verwenden möchten.

Schritt für Schritt zum aktiven Monitor

  1. Schalten Sie beide Monitore ein und wählen Sie an ihnen den korrekten Bildeingang.
  2. Öffnen Sie Einstellungen > System > Sound.
  3. Klicken Sie unter „Ausgabe“ auf den gewünschten Monitor, etwa „Digital Audio (HDMI)“.
  4. Wählen Sie „Testen“, um die Wiedergabe zu kontrollieren.
  5. Öffnen Sie bei Bedarf die Lautstärkemischung und prüfen Sie, ob die betroffene Anwendung stummgeschaltet ist.
  6. Kontrollieren Sie zusätzlich die Lautstärke am Monitor und gegebenenfalls an angeschlossenen Lautsprechern.

Für einzelne Programme bietet Windows eine eigene Zuweisung: Unter Einstellungen > System > Sound > Lautstärkemischung können laufende Apps ein bestimmtes Ausgabegerät erhalten. So kann beispielsweise ein Videokonferenzprogramm über ein Headset laufen, während Musik über den Hauptmonitor oder externe Boxen wiedergegeben wird.

Fehlt ein Monitor in der Liste, öffnen Sie die klassische Soundverwaltung über „Weitere Soundeinstellungen“. Unter „Wiedergabe“ kann ein deaktiviertes Gerät eingeblendet und aktiviert werden. Bleibt es unsichtbar, ist meist die Kabelverbindung, der falsche Eingang am Bildschirm oder der Grafiktreiber die Ursache.

Einrichtung auf dem Mac

Bei macOS finden Sie die Auswahl unter Apple-Menü > Systemeinstellungen > Ton > Ausgabe. Die Bezeichnung kann je nach macOS-Version leicht abweichen. HDMI- oder DisplayPort-Monitore werden dort in der Regel mit Hersteller- oder Modellnamen angezeigt. Wählen Sie den gewünschten Bildschirm aus und prüfen Sie die Ausgabelautstärke.

Für die gleichzeitige Ausgabe auf zwei Geräten bietet macOS das Dienstprogramm Audio-MIDI-Setup. Dort lässt sich ein „Gerät mit mehreren Ausgängen“ anlegen. Aktivieren Sie die beiden gewünschten Ausgänge und wählen Sie anschließend dieses neue Sammelgerät in den Toneinstellungen. Falls ein Gerät hörbar zeitversetzt spielt, legen Sie ein Gerät als Master fest und aktivieren für geeignete Geräte die Drift-Korrektur.

Ton auf beiden Monitoren gleichzeitig wiedergeben

Die parallele Wiedergabe ist technisch möglich, aber für die meisten Arbeitsplätze nicht ideal. Monitore verwenden unterschiedliche Signalverarbeitung; dadurch kann ein Echo entstehen, selbst wenn beide Geräte denselben Ton empfangen. Für Musik in zwei angrenzenden Räumen mag das akzeptabel sein, bei Sprache, Filmen oder Spielen stört es häufig.

Unter Windows ist eine saubere Doppelwiedergabe nicht für jedes Gerät nativ vorgesehen. Drittanbieter-Mixer oder virtuelle Audiogeräte können helfen, erhöhen jedoch die Komplexität. Robuster sind Hardwarelösungen: Ein Audiointerface mit mehreren Ausgängen, ein geeigneter HDMI-Audio-Extractor oder Aktivlautsprecher, die zentral vom Rechner versorgt werden. Bluetooth-Geräte sind für parallelen Ton wegen möglicher Latenzen besonders vorsichtig einzusetzen.

Typische Probleme gezielt lösen

Der Monitor wird angezeigt, bleibt aber stumm

Kontrollieren Sie zunächst drei Lautstärken: die Systemlautstärke, die Lautstärke der Anwendung und die Einstellung im Monitor-OSD. Achten Sie darauf, dass der Bildschirm nicht auf einen anderen Audioeingang eingestellt ist. Manche Monitore geben den Ton nur über ihren Kopfhöreranschluss aus, obwohl kein eingebauter Lautsprecher vorhanden ist.

Nach dem Standby wechselt die Ausgabe

Windows und macOS erkennen Monitore beim Aufwachen manchmal neu und schalten auf ein anderes Gerät um. Wählen Sie die gewünschte Ausgabe erneut aus. Bei dauerhaftem Auftreten helfen aktuelle Grafik- und Dockingstation-Treiber. Ein direktes Kabel statt eines günstigen Adapters kann ebenfalls Abhilfe schaffen.

Bild ist vorhanden, aber kein HDMI- oder DisplayPort-Audio

Nutzen Sie keinen passiven Adapter, der lediglich das Bildformat wandelt, ohne Audio zuverlässig weiterzugeben. Prüfen Sie außerdem im Geräte-Manager, ob die Audiofunktion des Grafiktreibers aktiv ist. Bei Firmenlaptops können Dockingstation und USB-C-Kabel die entscheidende Einschränkung darstellen.

Empfehlung für einen aufgeräumten Arbeitsplatz

Wenn Tonqualität und Bedienkomfort wichtig sind, schließen Sie ein Paar Aktivlautsprecher oder ein USB-Audiointerface direkt am Rechner an. Beide Monitore bleiben dann ausschließlich für das Bild zuständig. Wer dagegen nur gelegentlich Videos oder Systemklänge hört, kann den Hauptmonitor über HDMI oder DisplayPort als Standardausgabe festlegen. Für Wechsel zwischen Arbeits- und Besprechungsszenarien lohnt sich ein schneller Zugriff auf die Audioauswahl in der Taskleiste beziehungsweise Menüleiste.

Planen Sie die Audioquelle nach der tatsächlichen Nutzung, nicht nach der Anzahl der Bildschirme. Ein klar definiertes Hauptgerät verhindert Umschaltprobleme und liefert in der Regel die bessere Klangqualität.

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Über den Autor

Stefano BarcellosChefredakteur

Journalist und Redakteur. Schreibt seit über einem Jahrzehnt über Technologie, Kultur und Alltag.