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Wenn der Druckauftrag feststeckt: Den Druckspooler richtig zurücksetzen

Ein blockierter Druckauftrag kann verhindern, dass ein lokaler oder freigegebener Drucker weitere Dokumente verarbeitet. Dieser Leitfaden erklärt, wie der Windows-Druckspooler funktioniert, wann ein einfacher Neustart genügt und wie sich die Druckwarteschlange bei hartnäckigen Fehlern vollständig bereinigen lässt. Sie erhalten Anleitungen über die Diensteverwaltung und die Eingabeaufforderung, Hinweise zu Administratorrechten, eine Gegenüberstellung der Methoden sowie Maßnahmen gegen wiederkehrende Störungen. Außerdem wird erläutert, wann Treiber, Netzwerkverbindung, Druckerstatus oder beschädigte Druckdateien als Ursache geprüft werden sollten.

Wenn ein Dokument dauerhaft auf „Wird gedruckt“ steht, sich nicht löschen lässt oder alle weiteren Aufträge blockiert, ist häufig nicht der Drucker selbst defekt. Oft hängt der Windows-Druckspooler: ein Systemdienst, der Druckdaten entgegennimmt, zwischenspeichert und an den passenden Drucker weiterleitet. Ein kontrollierter Neustart dieses Dienstes kann die Warteschlange wieder freigeben. Diese Anleitung zeigt sichere Vorgehensweisen für Windows und erklärt, wann weitergehende Prüfungen erforderlich sind.

Was der Druckspooler macht

Der Dienst heißt in der deutschen Windows-Oberfläche Druckwarteschlange; sein technischer Dienstname lautet Spooler. Er verwaltet Aufträge von Anwendungen wie Office-Programmen, PDF-Readern oder Browsern. Statt dass jede Anwendung unmittelbar mit dem Drucker kommuniziert, legt Windows die Daten zunächst im lokalen Spool-Ordner ab und übergibt sie anschließend über den installierten Treiber.

Das Verfahren erlaubt, mehrere Druckaufträge nacheinander abzuarbeiten. Es schafft jedoch eine Fehlerquelle: Beschädigte Aufträge, unterbrochene Netzwerkverbindungen, inkompatible Treiber oder ein ausgeschalteter Drucker können einen Auftrag in der Warteschlange festhalten. Dann hilft es meist, den Dienst neu zu starten und gegebenenfalls die gespeicherten Auftragsdateien zu entfernen.

Vor dem Neustart: Fehler schnell eingrenzen

Prüfen Sie zuerst, ob die Störung nur ein Dokument oder alle Ausdrucke betrifft. Öffnen Sie über Einstellungen > Bluetooth und Geräte > Drucker und Scanner Ihren Drucker und wählen Sie Druckwarteschlange öffnen. Bei älteren Ansichten erreichen Sie sie auch über die Systemsteuerung unter Geräte und Drucker.

  • Kontrollieren Sie, ob der Drucker eingeschaltet, mit Papier versorgt und ohne Fehlermeldung ist.
  • Bei WLAN- oder Netzwerkdruckern prüfen Sie, ob das Gerät im selben Netzwerk erreichbar ist.
  • Entfernen Sie testweise nur den obersten Auftrag über Dokument > Abbrechen.
  • Deaktivieren Sie gegebenenfalls Drucker offline verwenden im Menü Drucker der Warteschlange.
  • Starten Sie den Drucker einmal neu und warten Sie, bis er betriebsbereit ist.

Lässt sich der Auftrag nicht entfernen oder bleiben neue Dokumente stehen, ist das Zurücksetzen des Spoolers sinnvoll. Speichern Sie offene Dokumente vorher. Noch nicht verarbeitete Aufträge gehen bei einer vollständigen Bereinigung verloren und müssen danach erneut gedruckt werden.

Die passende Methode auswählen

Ein Dienstneustart genügt bei kleineren Kommunikationsproblemen. Wenn die Warteschlange trotz Neustart unverändert bleibt, müssen die zwischengespeicherten Dateien gelöscht werden. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl.

MethodeGeeignet fürFolge für DruckaufträgeBenötigte Rechte
Warteschlange einzeln leerenEin einzelner fehlerhafter AuftragNur ausgewählte Aufträge werden entferntIn der Regel keine zusätzlichen Rechte
Dienst in Diensteverwaltung neu startenVorübergehende Blockade des SpoolersAufträge können erhalten bleiben, sofern sie nicht beschädigt sindAdministratorbestätigung möglich
Spool-Ordner manuell bereinigenNicht löschbare oder wiederkehrend hängende AufträgeAlle lokal wartenden Aufträge werden gelöschtAdministratorrechte erforderlich
Treiber oder Drucker neu einrichtenWiederkehrende Fehler nach dem ZurücksetzenKeine automatische Löschung nötig, aber Neuversand empfohlenHäufig Administratorrechte erforderlich

Druckspooler über die Diensteverwaltung neu starten

Die grafische Methode ist für die meisten Anwenderinnen und Anwender der einfachste Weg. Sie beendet und startet den Dienst, ohne dass Befehle eingegeben werden müssen.

  1. Drücken Sie Windows + R, geben Sie services.msc ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.
  2. Suchen Sie in der Liste nach Druckwarteschlange.
  3. Klicken Sie den Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Neu starten.
  4. Warten Sie einige Sekunden, bis der Status wieder „Wird ausgeführt“ lautet.
  5. Öffnen Sie die Druckwarteschlange erneut und versuchen Sie, den Auftrag zu löschen oder das Dokument neu zu senden.

Falls der Eintrag nicht ausgeführt wird, wählen Sie zunächst Starten. Mit einem Doppelklick auf den Dienst können Sie außerdem den Starttyp kontrollieren. Für die meisten PCs sollte er auf Automatisch stehen, damit die Druckfunktion nach jedem Windows-Start verfügbar ist.

Warteschlange vollständig bereinigen

Bleiben Aufträge nach dem Dienstneustart sichtbar, liegen häufig gesperrte Dateien im Spool-Verzeichnis. In diesem Fall stoppen Sie den Dienst, löschen nur die Auftragsdateien und starten ihn wieder. Löschen Sie nicht den Ordner selbst.

Bereinigung mit der Eingabeaufforderung

Öffnen Sie das Startmenü, suchen Sie nach Eingabeaufforderung, wählen Sie mit der rechten Maustaste Als Administrator ausführen und bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage. Führen Sie danach diese Befehle nacheinander aus:

  1. net stop spooler eingeben und mit der Eingabetaste bestätigen.
  2. Im Explorer zu C:\Windows\System32\spool\PRINTERS wechseln.
  3. Alle Dateien innerhalb dieses Ordners löschen. Sind keine Dateien vorhanden, ist keine lokale Warteschlange gespeichert.
  4. Zur Eingabeaufforderung zurückkehren und net start spooler ausführen.
  5. Den Drucker erneut auswählen und einen kleinen Testauftrag senden.

Das Leeren des Spool-Ordners entfernt ausschließlich noch nicht abgeschlossene lokale Druckaufträge. Es repariert weder einen Papierstau noch eine fehlende Netzwerkverbindung oder einen fehlerhaften Druckertreiber.

Alternativ lässt sich derselbe Ablauf in Windows PowerShell oder im Terminal mit Restart-Service -Name Spooler ausführen. Für das vollständige Leeren müssen Sie den Dienst dennoch vor dem Löschen der Auftragsdateien beenden, da Windows diese Dateien während des Betriebs sperren kann.

Wenn der Fehler wiederkehrt

Ein wiederholt blockierter Spooler weist meist auf die eigentliche Ursache außerhalb des Dienstes hin. Besonders bei Multifunktionsgeräten und Netzwerkdruckern sollten Sie den Zustand am Gerät sowie die Verbindung prüfen. Eine nach einem Routerwechsel vergebene neue IP-Adresse kann beispielsweise dazu führen, dass Windows weiterhin einen nicht mehr erreichbaren Anschluss verwendet.

Treiber, Anschluss und Dokument prüfen

  • Laden Sie den aktuellen Treiber direkt von der Support-Seite des Druckerherstellers, nicht aus inoffiziellen Treiberarchiven.
  • Entfernen Sie ältere oder doppelte Druckereinträge unter Drucker und Scanner, wenn sie nicht mehr verwendet werden.
  • Prüfen Sie unter den Druckereigenschaften den Anschluss: USB-Drucker benötigen normalerweise einen passenden USB-Anschluss, Netzwerkdrucker einen Standard-TCP/IP-Port oder einen freigegebenen Druckpfad.
  • Drucken Sie eine Windows-Testseite. Funktioniert sie, liegt das Problem wahrscheinlich beim ursprünglichen Dokument oder dessen Anwendung.
  • Bei großen PDFs oder komplexen Grafiken testen Sie zunächst eine einzelne Seite oder aktivieren in der Anwendung eine vereinfachte Druckausgabe.

In Firmen- oder Schulnetzwerken kann der Druckauftrag auch auf einem zentralen Druckserver hängen. Das lokale Leeren der Warteschlange behebt dann nur lokale Aufträge. Wenden Sie sich an die IT-Verwaltung, insbesondere wenn der Drucker freigegeben ist, Richtlinien verwendet oder mehrere Personen betroffen sind.

Sicher und dauerhaft drucken

Halten Sie Windows, Druckertreiber und die Firmware des Druckers aktuell. Installieren Sie Firmware nur über die offizielle Hersteller-Software oder die Verwaltungsoberfläche des Geräts. Verwenden Sie bei Netzwerkdruckern möglichst eine stabile IP-Konfiguration oder eine DHCP-Reservierung im Router, damit sich der konfigurierte Druckeranschluss nicht unbemerkt ändert.

Wenn der Spooler direkt nach jedem Neustart ausfällt, wenn Windows eine Dienstfehlermeldung anzeigt oder wenn unbekannte Druckertreiber installiert sind, sollte das System genauer überprüft werden. Entfernen Sie nicht benötigte Drucksoftware und führen Sie eine Sicherheitsprüfung mit den integrierten Windows-Schutzfunktionen durch. Bei verwalteten Arbeitsgeräten hat die IT-Abteilung Vorrang, weil eigene Änderungen Richtlinien oder zentrale Druckerverbindungen beeinträchtigen können.

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Über den Autor

Stefano BarcellosChefredakteur

Journalist und Redakteur. Schreibt seit über einem Jahrzehnt über Technologie, Kultur und Alltag.