Die BIOS als Schaltzentrale beim Start des PCs
Die BIOS beziehungsweise das moderne UEFI ist die Firmware, die einen PC unmittelbar nach dem Einschalten funktionsfähig macht. Sie prüft zentrale Komponenten, initialisiert Prozessor, Arbeitsspeicher, Laufwerke und Anschlüsse und übergibt anschließend an das Betriebssystem. Gerade bei Druckern und Scannern ist sie indirekt wichtig: USB-Controller, Netzwerkschnittstellen und Bootmedien müssen zuverlässig erkannt werden, bevor Windows, Linux oder ein anderes System die passenden Treiber laden kann. Der Beitrag erklärt den Startvorgang, die wichtigsten BIOS-Einstellungen, den Unterschied zu UEFI, sinnvolle Prüfungen bei Geräteproblemen sowie Risiken und Regeln für Aktualisierungen.
Wer einen Computer einschaltet, erwartet meist, dass nach wenigen Sekunden der Anmeldebildschirm erscheint und Drucker oder Scanner einsatzbereit sind. Bevor das Betriebssystem jedoch Treiber, Warteschlangen und Scan-Software laden kann, arbeitet eine grundlegende Firmware im Hintergrund: das BIOS. Es stellt die Verbindung zwischen der eingeschalteten Hardware und dem später startenden Betriebssystem her. Bei modernen Rechnern wird diese Aufgabe überwiegend von UEFI übernommen; im Alltag wird dennoch häufig weiterhin von „dem BIOS“ gesprochen.
Was die BIOS grundsätzlich macht
BIOS steht für Basic Input/Output System. Es ist keine normale Anwendung auf der SSD, sondern Firmware auf einem nichtflüchtigen Speicher des Mainboards. Deshalb steht sie unmittelbar nach dem Einschalten zur Verfügung. Ihr Kernauftrag lautet: Die Hardware in einen definierten, verwendbaren Zustand bringen und danach ein startfähiges Betriebssystem finden.
Das BIOS beziehungsweise UEFI übernimmt dabei mehrere aufeinander abgestimmte Aufgaben:
- Es startet und prüft wesentliche Komponenten wie CPU, Arbeitsspeicher, Grafikausgabe und Massenspeicher.
- Es initialisiert Schnittstellen, etwa USB, SATA, NVMe und je nach Gerät Ethernet oder WLAN-Controller.
- Es erkennt konfigurierte Startmedien und folgt der festgelegten Bootreihenfolge.
- Es stellt Konfigurationsoberflächen für Uhrzeit, Sicherheitsfunktionen, Laufwerke und Geräteeinstellungen bereit.
- Es übergibt die Kontrolle an den Bootloader des installierten Betriebssystems.
Ohne diese frühe Initialisierung könnte ein Betriebssystem weder zuverlässig von einer SSD geladen werden noch unmittelbar auf grundlegende Hardware zugreifen. Das BIOS ist damit nicht für das Drucken oder Scannen selbst zuständig, schafft aber die technische Grundlage dafür, dass die betreffenden Anschlüsse und Controller später korrekt funktionieren.
Vom Einschalten bis zum Betriebssystem
Der POST als erster Hardwaretest
Nach dem Drücken des Einschaltknopfs beginnt der Power-On Self-Test, kurz POST. Dabei kontrolliert die Firmware, ob zentrale Bauteile ansprechbar sind. Fehler beim Arbeitsspeicher, bei der Grafikkarte oder beim Prozessor können dazu führen, dass der Rechner kein Bild zeigt, Pieptöne ausgibt oder Diagnose-LEDs aktiviert. Erst wenn die grundlegende Prüfung erfolgreich ist, sucht die Firmware nach einem Bootmedium.
Bei älteren BIOS-Systemen wird typischerweise der erste startfähige Bereich eines Datenträgers geladen. UEFI arbeitet moderner: Es kann auf einer speziellen EFI-Systempartition Bootdateien auswählen, unterstützt große Datenträger besser und bietet zusätzliche Sicherheitsmechanismen. Die konkrete Darstellung hängt vom Mainboard- oder Notebookhersteller ab.
| Phase | Aufgabe der Firmware | Bedeutung für Drucker und Scanner |
|---|---|---|
| Einschalten und POST | Prüft Kernhardware und initialisiert Grundfunktionen. | Stabile Stromversorgung und funktionierende Hauptkomponenten sind Voraussetzung für alle späteren Peripheriegeräte. |
| Schnittstellenstart | Aktiviert unter anderem USB- und Netzwerkcontroller. | Ein per USB angeschlossenes Multifunktionsgerät kann elektrisch erkannt werden; Netzwerkkarten stehen dem Betriebssystem bereit. |
| Bootauswahl | Wählt SSD, Netzwerkstart oder anderes Startmedium nach Konfiguration. | Ein USB-Drucker darf nicht versehentlich als Bootgerät die Startsuche verzögern. |
| Übergabe an das Betriebssystem | Startet den Bootloader und beendet die unmittelbare Hardwareverwaltung. | Erst jetzt laden Betriebssystem und Herstellertreiber Druck-, Scan- und Netzwerkfunktionen. |
BIOS und UEFI: Was heute üblich ist
Auf aktuellen PCs und Notebooks ist fast immer UEFI installiert. Es erfüllt den historischen BIOS-Zweck, verfügt aber über eine modernere Architektur, oft über eine grafische Oberfläche und Mausbedienung sowie über erweiterte Sicherheits- und Startfunktionen. Viele UEFI-Firmwares bieten zusätzlich einen Kompatibilitätsmodus für ältere Betriebssysteme und Datenträger.
Für Anwender ist vor allem wichtig: Begriffe wie „BIOS öffnen“, „BIOS-Update“ oder „BIOS-Einstellungen“ meinen häufig auch dann UEFI, wenn technisch kein klassisches BIOS mehr verwendet wird. Der Einstieg erfolgt direkt nach dem Einschalten meist über Entf, F2, F10 oder Esc. Welche Taste gilt, zeigt der Hersteller beim Start oder in dessen Dokumentation.
Die Firmware ersetzt keine Gerätetreiber. Sie kann eine USB- oder Netzwerkschnittstelle bereitstellen, doch erst das Betriebssystem mit dem passenden Treiber macht aus einem erkannten Anschluss einen nutzbaren Drucker oder Scanner.
Welche BIOS-Einstellungen bei Druckern und Scannern relevant sein können
Die meisten Druck- und Scanprobleme werden nicht im BIOS gelöst. Häufiger liegen sie an Treibern, Berechtigungen, der IP-Konfiguration, einer blockierten Firewall oder der Verbindung zum Gerät. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Firmware, wenn Anschlüsse grundsätzlich ausfallen oder die Startkonfiguration auffällig ist.
USB-Anschlüsse und Energieverwaltung
In manchen Firmware-Menüs lassen sich USB-Controller einzeln aktivieren oder deaktivieren. Bezeichnungen können etwa „USB Configuration“, „External USB Ports“ oder „Legacy USB Support“ lauten. Sind USB-Anschlüsse deaktiviert, wird weder ein Drucker noch ein Scanner am betroffenen Port zuverlässig funktionieren. Bei älteren Geräten kann der Legacy-Modus für Eingabegeräte beim Start sinnvoll sein; moderne Betriebssysteme benötigen ihn für Drucker und Scanner meist nicht.
Netzwerk und Startreihenfolge
Netzwerkdrucker und Netzwerkscanner benötigen eine funktionsfähige Netzwerkkarte. Eine deaktivierte integrierte Ethernet-Schnittstelle ist daher relevant, während WLAN in Notebooks oft über Betriebssystemeinstellungen und Treiber verwaltet wird. Die Bootreihenfolge wiederum sollte die interne System-SSD vor externen USB-Geräten priorisieren. So vermeidet man unnötige Wartezeiten oder Fehlstarts, wenn ein Multifunktionsgerät angeschlossen ist.
Systematisch prüfen, wenn ein Gerät nicht erkannt wird
Bevor Einstellungen verändert werden, sollte die Fehlerquelle eingegrenzt werden. Insbesondere bei USB-Geräten sind Kabel, Port und Betriebssystemdiagnose oft aussagekräftiger als eine Änderung in der Firmware. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Schalten Sie Drucker oder Scanner ein und prüfen Sie Display, Statusleuchten und Stromversorgung.
- Verbinden Sie das Gerät mit einem anderen USB-Port direkt am Rechner, nicht zunächst über einen passiven Hub.
- Testen Sie bei Bedarf ein anderes, ausreichend kurzes USB-Kabel.
- Kontrollieren Sie im Betriebssystem den Geräte-Manager beziehungsweise die Systemeinstellungen und installieren Sie den aktuellen Herstellertreiber.
- Bei Netzwerkgeräten prüfen Sie IP-Adresse, Routerverbindung und Erreichbarkeit im lokalen Netz.
- Erst wenn mehrere USB-Ports oder der Netzwerkadapter grundsätzlich nicht funktionieren, kontrollieren Sie im UEFI, ob die jeweilige Schnittstelle aktiviert ist.
Ein einzelnes nicht gefundenes Gerät ist daher kein automatischer Hinweis auf eine fehlerhafte BIOS-Konfiguration. Erscheinen hingegen mehrere USB-Geräte nicht, sind Ports ohne Strom oder fehlen Controller im Betriebssystem, kann eine Prüfung der Firmware sinnvoll sein.
BIOS-Updates: Nutzen, Grenzen und Vorsicht
Ein Firmware-Update kann Kompatibilitätsprobleme beheben, Sicherheitslücken schließen oder die Unterstützung neuer Hardware verbessern. Für die alltägliche Erkennung eines etablierten Druckers oder Scanners ist es aber selten die erste und beste Maßnahme. Zunächst sollten Treiber, Betriebssystemupdates, Kabel und Netzwerkeinstellungen geprüft werden.
Ist ein Update tatsächlich erforderlich, laden Sie es ausschließlich von der offiziellen Supportseite des Mainboard-, PC- oder Notebookherstellers. Verwenden Sie exakt die Firmware für das betreffende Modell und die richtige Hardwareversion. Während des Aktualisierungsvorgangs darf der Rechner keinesfalls ausgeschaltet werden. Bei einem Notebook sollte das Netzteil angeschlossen sein; bei einem Desktop-PC reduziert eine unterbrechungsfreie Stromversorgung das Risiko eines Stromausfalls.
- Notieren oder fotografieren Sie individuelle Einstellungen vor dem Update.
- Lesen Sie die Herstellerhinweise zur unterstützten Update-Methode vollständig.
- Aktualisieren Sie nicht allein auf Verdacht, wenn das System stabil läuft.
- Stellen Sie nach dem Update Datum, Bootreihenfolge und gegebenenfalls Sicherheitsoptionen erneut korrekt ein.
Sicherheitsfunktionen und praktische Grenzen
UEFI kann mit Secure Boot verhindern, dass nicht vertrauenswürdige Bootloader beim Systemstart ausgeführt werden. Diese Funktion schützt den Startvorgang, beeinflusst aber normalerweise nicht die tägliche Nutzung eines Druckers oder Scanners. Auch ein Firmware-Kennwort kann sinnvoll sein, wenn verhindert werden soll, dass Unbefugte Bootreihenfolge oder Sicherheitsoptionen ändern. Das Kennwort sollte sicher dokumentiert werden: Ein vergessenes Administratorkennwort lässt sich je nach Gerät nur mit erheblichem Aufwand zurücksetzen.
Die wichtigste Einordnung bleibt: Die BIOS oder UEFI sorgt für einen geordneten Start und die Verfügbarkeit der Basishardware. Funktionen wie Duplexdruck, Scan to PDF, Farbprofile, WLAN-Einrichtung oder die Auswahl eines Netzwerkdruckers werden anschließend durch Betriebssystem, Treiber und Anwendungssoftware gesteuert.











