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Drucken und Scannen / / 6 Min.

Welche IP-Adresse Ihr Drucker wirklich braucht

Öffentliche und private IP-Adressen erfüllen im Netzwerk grundverschiedene Aufgaben. Eine private Adresse identifiziert Geräte wie Drucker, Scanner, PCs und Smartphones innerhalb des lokalen Netzwerks, während eine öffentliche Adresse den Internetanschluss nach außen repräsentiert. Der Artikel erläutert die reservierten IPv4-Bereiche, die Rolle von Router und NAT, typische Folgen für Drucken und Scannen sowie sichere Möglichkeiten für den Zugriff aus der Ferne. Zudem zeigt er, wie sich Adressen unter Windows, macOS und am Drucker kontrollieren lassen und welche Einstellungen bei Verbindungsproblemen sinnvoll sind.

Bei Netzwerkdruckern und Multifunktionsgeräten taucht die IP-Adresse spätestens dann auf, wenn ein Gerät nicht mehr erreichbar ist, Scans nicht im Zielordner ankommen oder ein Drucker über mehrere Arbeitsplätze eingerichtet werden soll. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen öffentlicher und privater IP-Adresse: Die eine wird für die Kommunikation im lokalen Netz verwendet, die andere macht den Internetanschluss gegenüber dem Internet erkennbar. Wer ihre Aufgaben kennt, kann Druck- und Scanprobleme gezielter lösen und unnötige Sicherheitsrisiken vermeiden.

IP-Adressen als Netzwerkadressen verstehen

Eine IP-Adresse ist die numerische Adresse eines Geräts in einem Netzwerk. Im Alltag ist meist IPv4 gemeint, etwa 192.168.178.45. Über diese Adresse können Computer, Router, Drucker und Scanner Daten austauschen. Moderne Netze verwenden zunehmend IPv6, doch bei der Einrichtung vieler Drucker und bei klassischen Fehleranalysen spielt IPv4 weiterhin eine große Rolle.

Ein Multifunktionsdrucker kann beispielsweise die private Adresse 192.168.1.80 besitzen. Ein PC im selben WLAN mit 192.168.1.32 sendet den Druckauftrag direkt an diese lokale Adresse. Dafür ist weder eine öffentliche Adresse noch eine Internetverbindung erforderlich, solange beide Geräte im gleichen lokalen Netzwerk erreichbar sind.

Private IP-Adressen: für das lokale Netzwerk reserviert

Private IPv4-Adressen sind ausschließlich für interne Netzwerke vorgesehen. Sie werden in Haushalten, Büros, Schulen und Unternehmen verwendet und sind im öffentlichen Internet nicht direkt erreichbar. Der Router verteilt sie in der Regel automatisch per DHCP an angeschlossene Geräte.

Die drei reservierten privaten IPv4-Bereiche sind:

  • 10.0.0.0 bis 10.255.255.255 (10.0.0.0/8), häufig in größeren Organisationen;
  • 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 (172.16.0.0/12), oft in professionellen Netzwerken;
  • 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 (192.168.0.0/16), typisch für Heimrouter und kleine Büros.

Dass viele Menschen denselben Adressbereich nutzen, ist kein Problem: Die Adresse 192.168.1.100 kann in Millionen voneinander getrennten Netzwerken existieren. Ihre Bedeutung gilt immer nur innerhalb des jeweiligen lokalen Netzes. Für Drucker ist das besonders praktisch, weil sie nicht im Internet sichtbar sein müssen, um von den eigenen Geräten genutzt zu werden.

Öffentliche IP-Adressen: die Adresse des Anschlusses im Internet

Eine öffentliche IP-Adresse wird üblicherweise vom Internetanbieter bereitgestellt. Sie ist außerhalb des lokalen Netzes sichtbar und dient als Absender- und Zieladresse für Internetverbindungen. Häufig erhält nicht jedes Gerät eine eigene öffentliche Adresse: Der Router besitzt nach außen eine öffentliche Adresse, während Drucker, PCs und Smartphones interne, private Adressen verwenden.

Öffentliche Adressen können dauerhaft vergeben sein oder sich regelmäßig ändern. Viele Privatanschlüsse arbeiten mit dynamischen Adressen. Zudem setzen einige Anbieter Carrier-Grade NAT ein; dann teilt sich ein Anschluss eine öffentliche IPv4-Adresse mit weiteren Kundinnen und Kunden. Das kann direkten Fernzugriff zusätzlich erschweren.

MerkmalPrivate IP-AdresseÖffentliche IP-Adresse
GeltungsbereichLokales Netzwerk, etwa WLAN oder LAN im BüroInternet und externe Netzwerke
Typisches Beispiel192.168.178.45Vom Anbieter zugewiesene Adresse des Routers
Für Drucker relevant beiEinrichtung, Drucken, Scannen, GeräteverwaltungFernzugriff über sichere Dienste oder VPN
Direkt aus dem Internet erreichbarNeinGrundsätzlich möglich, aber durch Firewall geschützt
VergabeMeist durch den Router via DHCPMeist durch den Internetanbieter

Die Rolle von Router, NAT und Firewall

Der Router verbindet das lokale Netzwerk mit dem Internet. Dabei übersetzt er oft private Quelladressen in seine öffentliche Adresse. Dieses Verfahren heißt Network Address Translation (NAT). Wenn ein PC einen Internetdienst aufruft, merkt sich der Router die Verbindung und leitet die Antwort an den richtigen PC zurück.

Ein Drucker mit privater IP-Adresse kann daher problemlos Treiberupdates abrufen oder Scan-to-Cloud-Dienste nutzen, ohne selbst öffentlich erreichbar zu sein. Unaufgeforderte Zugriffe aus dem Internet blockiert die Router-Firewall normalerweise. Diese Trennung ist ein wichtiger Schutzmechanismus.

Ein lokaler Netzwerkdrucker benötigt für das tägliche Drucken und Scannen keine öffentliche IP-Adresse. Seine private Adresse sollte innerhalb des eigenen Netzes stabil und erreichbar sein.

Problematisch wird es, wenn Anwenderinnen und Anwender eine Portfreigabe einrichten, um die Weboberfläche des Druckers von unterwegs zu öffnen. Eine solche Freigabe kann die Administrationsoberfläche ungeschützt dem Internet aussetzen. Besonders ältere Geräte erhalten nicht immer zeitnah Sicherheitsupdates.

Warum eine feste lokale Druckeradresse sinnvoll sein kann

Über DHCP kann sich die private Adresse eines Druckers nach einem Neustart oder nach Ablauf der Leasedauer ändern. Dann verweist ein auf dem PC eingerichteter Anschluss möglicherweise noch auf die alte Adresse. Das führt zu Meldungen wie „Drucker offline“, obwohl das Gerät eingeschaltet und mit dem WLAN verbunden ist.

DHCP-Reservierung statt beliebiger manueller Adresse

Am zuverlässigsten ist meist eine DHCP-Reservierung im Router. Der Router weist dem Drucker anhand seiner MAC-Adresse stets dieselbe private Adresse zu. Diese Methode vermeidet Konflikte mit dem DHCP-Bereich und erleichtert die Verwaltung. Alternativ kann am Drucker eine statische IP-Adresse eingerichtet werden; sie muss jedoch außerhalb des automatisch vergebenen Bereichs liegen oder im Router entsprechend berücksichtigt werden.

  1. Rufen Sie am Drucker einen Netzwerkstatusbericht oder die Netzwerkeinstellungen auf und notieren Sie IP- und MAC-Adresse.
  2. Öffnen Sie die Benutzeroberfläche Ihres Routers und melden Sie sich mit dem Administrationskonto an.
  3. Suchen Sie nach „Heimnetz“, „LAN“, „DHCP“ oder „Netzwerkgeräte“ und wählen Sie den Drucker aus.
  4. Aktivieren Sie die Option, dem Gerät immer dieselbe IPv4-Adresse zuzuweisen.
  5. Starten Sie Drucker bei Bedarf neu und prüfen Sie anschließend einen Testdruck sowie eine Scan-Funktion.

IP-Adresse von Drucker und Computer prüfen

Für die Fehlersuche müssen Drucker und Computer in der Regel zum selben privaten Netz gehören. Bei einer Subnetzmaske von 255.255.255.0 passen beispielsweise 192.168.178.30 und 192.168.178.80 zusammen. Befindet sich ein Gerät dagegen in einem Gastnetz oder VLAN, kann die Kommunikation absichtlich getrennt sein.

Windows, macOS und Druckerdisplay

  • Windows: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und geben Sie ipconfig ein. Die Zeile „IPv4-Adresse“ zeigt die lokale Adresse des PCs.
  • macOS: Gehen Sie zu „Systemeinstellungen“ beziehungsweise „Systemeinstellungen > Netzwerk“, wählen Sie die aktive Verbindung und lesen Sie die IP-Adresse ab.
  • Drucker: Nutzen Sie das Display-Menü unter „Netzwerk“, „WLAN“ oder „Berichte“. Viele Geräte können einen Netzwerk-Konfigurationsbericht ausdrucken.

Ist die Druckeradresse bekannt, lässt sich die lokale Weboberfläche meist durch Eingabe von http://192.168.x.x oder https://192.168.x.x in einem Browser öffnen. Akzeptieren Sie dabei keine unbekannten Zertifikatswarnungen leichtfertig; bei aktuellen Geräten sollte HTTPS bevorzugt werden.

Fernzugriff auf Druck- und Scanfunktionen sicher umsetzen

Wer unterwegs drucken, Dokumente abrufen oder Scan-Ziele verwalten möchte, sollte nicht einfach den Drucker öffentlich freigeben. Sicherer ist eine VPN-Verbindung zum eigenen Netzwerk. Nach dem Aufbau des VPN arbeitet das entfernte Gerät weitgehend so, als wäre es lokal im WLAN. Alternativ können herstellereigene Cloud-Dienste sinnvoll sein, sofern Datenschutz, Kontoschutz und Update-Status geprüft werden.

Für sensible Unterlagen gelten zusätzliche Regeln:

  • Ändern Sie das Standard-Administrationskennwort des Druckers.
  • Installieren Sie Firmware-Updates zeitnah.
  • Deaktivieren Sie nicht benötigte Dienste wie unverschlüsseltes Telnet oder FTP.
  • Nutzen Sie für Scan-to-E-Mail oder Scan-to-Ordner verschlüsselte Übertragungswege, wenn das Gerät diese unterstützt.
  • Trennen Sie Gäste bei Bedarf über ein separates WLAN vom Drucker-Netzwerk.

Typische Irrtümer und schnelle Einordnung

Eine häufige Annahme lautet, ein Drucker brauche eine öffentliche IP-Adresse, damit das Smartphone drucken kann. Das stimmt nicht: Solange Smartphone und Drucker im selben lokalen WLAN sind und die Geräteerkennung nicht blockiert wird, genügt die private Adresse. Auch Cloud-Druckdienste stellen üblicherweise eine ausgehende Verbindung vom Gerät zum Dienst her; sie verlangen keine offene Portfreigabe zum Drucker.

Umgekehrt bedeutet eine öffentliche IP-Adresse nicht automatisch, dass ein Gerät erreichbar ist. Firewall-Regeln, NAT und fehlende Portfreigaben verhindern eingehende Verbindungen. Genau diese Schutzschichten sollten beim Betrieb eines Druckers erhalten bleiben.

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María FernándezRedactora

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