Ein zweiter Nachweis für sensible Dokumente
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ergänzt das Passwort durch einen zweiten unabhängigen Nachweis, etwa eine Authenticator-App, einen Sicherheitsschlüssel oder einen biometrischen Faktor. Gerade beim Drucken und Scannen schützt sie Konten, Geräteportale und Cloud-Speicher vor unbefugtem Zugriff auf vertrauliche Unterlagen. Der Artikel erläutert das Prinzip, geeignete Verfahren, typische Einsatzorte in Büros und Privathaushalten sowie die sichere Einrichtung. Außerdem werden gängige Fehler, Wiederherstellungsoptionen und praktische Regeln für gemeinsam genutzte Multifunktionsgeräte behandelt. Eine Vergleichstabelle hilft bei der Auswahl der passenden zweiten Methode.
Wer Dokumente druckt oder scannt, arbeitet häufig mit Informationen, die nicht in falsche Hände geraten dürfen: Rechnungen, Personalunterlagen, medizinische Befunde, Verträge oder Zugangsdaten. Moderne Multifunktionsgeräte sind dabei oft mit E-Mail-Diensten, Cloud-Speichern und Herstellerkonten verbunden. Ein Passwort allein bietet hierfür keinen ausreichenden Schutz. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, meist kurz 2FA genannt, schafft eine zusätzliche Sicherheitsschranke und reduziert das Risiko deutlich, dass Unbefugte auf Konten, Scan-Ziele oder gespeicherte Aufträge zugreifen.
Was bedeutet Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung muss eine Person zwei unterschiedliche Nachweise erbringen, bevor sie sich anmelden oder eine besonders sensible Aktion freigeben kann. Der erste Faktor ist meist etwas, das man weiß, also ein Passwort oder eine PIN. Der zweite Faktor stammt aus einer anderen Kategorie: etwas, das man besitzt, etwa ein Smartphone mit Authenticator-App oder einen Hardware-Sicherheitsschlüssel, beziehungsweise etwas, das man ist, zum Beispiel ein Fingerabdruck.
Entscheidend ist die Unabhängigkeit der Faktoren. Zwei Passwörter sind keine 2FA. Auch ein per E-Mail zugesandter Code ist kein wirklicher zweiter Faktor, wenn das gleiche Passwort sowohl das Drucker- als auch das E-Mail-Konto schützt. Gute 2FA sorgt dafür, dass ein gestohlenes oder erratenes Passwort allein nicht für den Zugriff genügt.
Ein zweiter Faktor ersetzt keine sorgfältige Passwortpraxis, aber er verhindert in vielen Fällen, dass ein kompromittiertes Passwort unmittelbar zum vollständigen Kontozugriff führt.
Warum 2FA beim Drucken und Scannen relevant ist
Druck- und Scan-Workflows verlaufen längst nicht mehr nur zwischen PC und Gerät. Ein Scan kann direkt in OneDrive, Google Drive, SharePoint, eine Dokumentenverwaltung oder ein E-Mail-Postfach übertragen werden. Druckaufträge lassen sich über Hersteller-Apps, Webportale oder Unternehmenslösungen an entfernte Geräte senden. Je stärker diese Dienste vernetzt sind, desto wichtiger ist ein abgesicherter Zugang.
Besonders betroffen sind folgende Bereiche:
- Herstellerkonten für mobiles Drucken, Verbrauchsmaterialverwaltung oder Fernzugriff;
- Cloud-Speicher, die als Ziel für „Scan an Cloud“ eingerichtet sind;
- E-Mail-Konten für „Scan an E-Mail“ und für Druckaufträge per E-Mail;
- Administrationsoberflächen von Druckern und Multifunktionsgeräten;
- Unternehmenskonten für Follow-Me-Print, Pull Printing oder zentrale Druckserver.
2FA schützt vor allem den Zugang zu diesen Konten. Sie verhindert jedoch nicht automatisch, dass Ausdrucke unbeaufsichtigt im Ausgabefach liegen. Dafür sind ergänzende Maßnahmen wie vertrauliches Drucken mit PIN, Kartenauthentifizierung am Gerät und klare Löschfristen für Druckwarteschlangen nötig.
Welche zweiten Faktoren eignen sich?
Die Sicherheit und Alltagstauglichkeit unterscheiden sich je nach Verfahren. Für private Anwender ist eine Authenticator-App häufig der beste Einstieg. Unternehmen mit erhöhtem Schutzbedarf sollten zusätzlich phishing-resistente Methoden wie FIDO2-Sicherheitsschlüssel oder Passkeys prüfen. SMS-Codes sind besser als keine zweite Absicherung, gelten aber wegen möglicher SIM-Tausch-Angriffe und abgefangener Nachrichten als schwächere Option.
| Verfahren | Typischer Einsatz | Stärken | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| Authenticator-App | Cloud- und Herstellerkonten | Gute Sicherheit, funktioniert meist ohne Mobilfunknetz | Wiederherstellungscodes sicher verwahren |
| Bestätigung per App | Microsoft-, Google- oder Herstellerkonto | Komfortable Freigabe mit Hinweis auf Anmeldung | Anfrage nur bestätigen, wenn sie selbst ausgelöst wurde |
| FIDO2-Sicherheitsschlüssel | Administration und Unternehmenszugänge | Sehr widerstandsfähig gegen Phishing | Ersatzschlüssel und kompatible Anschlüsse einplanen |
| Passkey | Unterstützte Webkonten und Apps | Kein Passwortversand, oft biometrisch abgesichert | Gerätewechsel und Kontowiederherstellung vorbereiten |
| SMS-Code | Übergangs- oder Fallback-Lösung | Einfach verfügbar | Nicht als bevorzugte Methode für sensible Konten nutzen |
So richten Sie 2FA für Scan- und Druckdienste ein
Die Menünamen unterscheiden sich je nach Anbieter. Typische Bezeichnungen sind „Sicherheit“, „Anmeldung und Sicherheit“, „Zweistufige Bestätigung“ oder „Mehrstufige Authentifizierung“. Richten Sie die Funktion zunächst für das E-Mail- und Cloud-Konto ein, das Ihr Multifunktionsgerät verwendet. Danach prüfen Sie das Herstellerkonto sowie gegebenenfalls das Firmenkonto.
- Melden Sie sich über die offizielle Website oder App beim gewünschten Konto an.
- Öffnen Sie die Kontoeinstellungen und wählen Sie den Bereich für Sicherheit oder Anmeldung.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und wählen Sie bevorzugt eine Authenticator-App, einen Passkey oder einen Sicherheitsschlüssel.
- Speichern Sie Wiederherstellungscodes getrennt vom Smartphone, beispielsweise in einem verschlüsselten Passwortmanager oder an einem geschützten physischen Ort.
- Melden Sie sich einmal ab und wieder an, um die Einrichtung kontrolliert zu testen.
- Prüfen Sie anschließend am Drucker, ob „Scan an E-Mail“ oder „Scan an Cloud“ weiterhin funktioniert.
Besonderheit bei älteren Multifunktionsgeräten
Ältere Geräte können häufig keine moderne interaktive Anmeldung mit 2FA durchführen. Manche Dienste erlauben dafür sogenannte App-Passwörter: ein langes, separat erzeugtes Kennwort, das nur für das Gerät gilt. Ist diese Option beim jeweiligen Anbieter noch verfügbar, sollte das App-Passwort ausschließlich im Drucker hinterlegt und bei einem Gerätewechsel sofort widerrufen werden. Unterstützt der Dienst keine App-Passwörter, ist ein modernes Gerät, ein zentraler Scan-Connector oder ein anderer sicherer Übertragungsweg die bessere Lösung.
Praktische Regeln für den sicheren Betrieb
Eine korrekt eingerichtete 2FA entfaltet ihren Nutzen erst im Zusammenspiel mit einer sauberen Geräte- und Kontoverwaltung. Das gilt besonders im Büro, wo mehrere Personen denselben Scanner oder Drucker verwenden.
- Verwenden Sie für jedes Konto ein eigenes, langes Passwort und speichern Sie es in einem vertrauenswürdigen Passwortmanager.
- Aktualisieren Sie Firmware und Verwaltungssoftware des Druckers regelmäßig.
- Ändern Sie das Standard-Administratorkennwort des Geräts sofort nach der Inbetriebnahme.
- Beschränken Sie Scan-Ziele auf benötigte Postfächer und freigegebene Ordner.
- Entfernen Sie ausgeschiedene Mitarbeitende aus Druck-, Cloud- und Herstellerkonten zeitnah.
- Aktivieren Sie, sofern vorhanden, vertrauliches Drucken: Der Auftrag wird erst nach PIN-Eingabe oder Kartenfreigabe am Gerät ausgegeben.
Typische Fehler und wie sie sich vermeiden lassen
Der häufigste Fehler ist das gedankenlose Bestätigen einer Push-Anfrage. Kriminelle versuchen mitunter, eine große Zahl solcher Anfragen auszulösen, bis jemand aus Versehen zustimmt. Bestätigen Sie daher nie eine Meldung, die Sie nicht selbst ausgelöst haben. Ändern Sie in diesem Fall sofort das Passwort und kontrollieren Sie die angemeldeten Geräte sowie die Sicherheitsprotokolle des Kontos.
Problematisch ist auch, wenn Wiederherstellungscodes nur als Foto auf demselben Smartphone gespeichert werden, das als zweiter Faktor dient. Geht das Gerät verloren, fehlen dann oft beide Zugangswege. Hinterlegen Sie bei wichtigen Konten mindestens zwei Wiederherstellungsoptionen, beispielsweise einen zweiten Sicherheitsschlüssel und sicher abgelegte Codes.
In Unternehmen sollte ein einzelnes persönliches E-Mail-Konto nicht dauerhaft als gemeinsames Scan-Ziel dienen. Besser sind funktionsbezogene Postfächer, klar geregelte Berechtigungen und ein dokumentiertes Verfahren für Vertretung und Notfallzugang. Die IT-Abteilung sollte zudem nachvollziehen können, wer administrative Rechte für Drucker, Scan-Dienste und Cloud-Ordner besitzt.
Wann genügt 2FA nicht?
2FA schützt die Anmeldung, nicht aber alle Risiken rund um Papier und Dateien. Werden sensible Unterlagen am falschen Gerät abgeholt, auf einem unverschlüsselten USB-Stick gespeichert oder an eine falsch eingegebene E-Mail-Adresse gesendet, hilft der zweite Faktor nicht mehr. Für vertrauliche Dokumente gehören daher auch Verschlüsselung, Rechtekonzepte, Schulungen und eine sichere Entsorgung von Fehldrucken zum Schutzkonzept.
Bei geschäftlicher Nutzung sind außerdem die Anforderungen aus Datenschutz, internen Richtlinien und gegebenenfalls branchenspezifischen Vorgaben zu berücksichtigen. Besonders schutzwürdige Daten sollten nur über freigegebene Scan-Ziele übertragen werden. Ein offener Versand an private E-Mail-Adressen oder beliebige Cloud-Dienste ist dafür ungeeignet.
Fazit: Kleiner Zusatzaufwand, großer Schutzgewinn
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist eine der wirksamsten und zugleich leicht umsetzbaren Schutzmaßnahmen für vernetzte Druck- und Scan-Umgebungen. Beginnen Sie bei den Konten, über die Dokumente in die Cloud oder per E-Mail gelangen, und sichern Sie anschließend Hersteller- und Administrationszugänge ab. Eine Authenticator-App ist für viele Fälle ein sinnvoller Standard; für besonders kritische Zugänge bieten Passkeys und Sicherheitsschlüssel zusätzlichen Schutz. Zusammen mit sicheren Passwörtern, aktuellen Geräteupdates und einer geschützten Ausgabe von Druckaufträgen wird aus dem Multifunktionsgerät kein unkontrolliertes Einfallstor für vertrauliche Informationen.











