Welche Bluetooth-Technik steckt in Ihrem PC?
Die Bluetooth-Version eines PCs lässt sich nicht immer direkt in den Windows-Einstellungen ablesen. Entscheidend ist meist der LMP-Wert des Bluetooth-Adapters, den Sie im Geräte-Manager über die Eigenschaften des Funkmoduls finden können. Dieser Artikel erklärt die Suche unter Windows 10 und Windows 11 Schritt für Schritt, ordnet LMP-Werte den Bluetooth-Versionen zu und zeigt, wann Herstellerdaten oder ein externes Diagnosewerkzeug sinnvoll sind. Außerdem erfahren Sie, weshalb Treiber, Adapter und angeschlossene Geräte die tatsächlich verfügbaren Funktionen beeinflussen können und wie Sie die Angaben zuverlässig bewerten.
Ob Kopfhörer, Maus, Tastatur oder Smartphone: Für die praktische Nutzung von Bluetooth ist nicht nur entscheidend, dass ein PC Bluetooth unterstützt, sondern auch, welche Version der eingebaute Adapter beherrscht. Windows zeigt diese Information in den normalen Einstellungen jedoch häufig nicht eindeutig an. Mit dem Geräte-Manager, dem sogenannten LMP-Wert und einem Abgleich mit Herstellerangaben lässt sich die Bluetooth-Version dennoch zuverlässig eingrenzen.
Warum die Bluetooth-Version relevant ist
Bluetooth wird kontinuierlich weiterentwickelt. Neuere Versionen können je nach Hardware und Gegenstelle Verbesserungen bei Energieverbrauch, Reichweite, Datenübertragung, Audiofunktionen oder der Anzahl gleichzeitig nutzbarer Verbindungen ermöglichen. Eine höhere Versionsnummer garantiert allerdings nicht automatisch ein besseres Ergebnis: Auch das verbundene Gerät, der verwendete Codec, die Treiberversion und Störungen im Funkbereich spielen eine Rolle.
Besonders häufig wird die Versionsfrage gestellt, wenn moderne Bluetooth-Kopfhörer Funktionen wie LE Audio unterstützen sollen oder wenn ein älterer PC bei der Reichweite und Stabilität auffällt. Vor einem Adapterkauf lohnt sich deshalb eine genaue Prüfung der vorhandenen Hardware.
Die Bluetooth-Version beschreibt vor allem die Fähigkeiten des Funkcontrollers. Welche Funktionen unter Windows tatsächlich bereitstehen, hängt zusätzlich vom Treiber, vom Betriebssystem und vom verbundenen Zubehör ab.
Die schnellste Prüfung: Geräte-Manager öffnen
Unter Windows 10 und Windows 11 führt der Geräte-Manager in vielen Fällen zum Ziel. Dort sehen Sie den Namen des installierten Bluetooth-Adapters und können dessen Eigenschaften aufrufen. Bei Notebooks ist der Adapter oft Teil eines WLAN-Bluetooth-Kombimoduls von Intel, Realtek, MediaTek oder Qualcomm.
- Drücken Sie Windows-Taste + X.
- Wählen Sie im Schnellmenü Geräte-Manager.
- Klappen Sie den Eintrag Bluetooth auf.
- Suchen Sie nach dem eigentlichen Funkadapter, etwa einem Eintrag mit „Intel Wireless Bluetooth“, „Realtek Bluetooth Adapter“ oder einem Herstellernamen.
- Klicken Sie den Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Eigenschaften.
Mehrere Einträge unter „Bluetooth“ sind normal. Windows listet dort oft auch den Microsoft Bluetooth Enumerator, einen LE Enumerator und bereits gekoppelte Geräte. Diese Einträge verraten üblicherweise nicht die Version des physischen Adapters. Relevant ist der Eintrag des Hardwareherstellers.
Den LMP-Wert in den Adaptereigenschaften finden
Im Eigenschaftenfenster Ihres Adapters wechseln Sie auf den Reiter Erweitert. Bei vielen Treibern erscheint dort eine Zeile wie „Firmwareversion“, „LMP-Version“ oder eine kombinierte Angabe aus Firmware und LMP. Notieren Sie insbesondere die Zahl hinter „LMP“, beispielsweise „LMP 11.25693“.
Fehlt ein Reiter „Erweitert“ oder wird kein LMP-Wert angezeigt, kann das am Treiber liegen. Aktualisieren Sie in diesem Fall zuerst den Treiber über die Supportseite des PC- oder Adapterherstellers. Vermeiden Sie unklare Treiberportale: Ein falscher oder veralteter Treiber kann Funktionen einschränken und die Fehlersuche erschweren.
LMP-Werte richtig zuordnen
Die LMP-Hauptversion entspricht einer Bluetooth-Kernversion. Die Dezimalstellen nach dem Punkt stehen für eine herstellerspezifische Firmware- oder Build-Information und ändern die grundsätzliche Zuordnung nicht. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung.
| LMP-Hauptversion | Bluetooth-Kernversion | Praktische Einordnung |
|---|---|---|
| 6 | Bluetooth 4.0 | Unterstützt Bluetooth Low Energy (BLE) als wichtige Grundlage moderner stromsparender Geräte. |
| 7 | Bluetooth 4.1 | Verbesserte Koexistenz mit Mobilfunk und optimiertes Verbindungsmanagement. |
| 8 | Bluetooth 4.2 | Erweiterungen für Datenschutz und Datenübertragung. |
| 9 | Bluetooth 5.0 | Basis für höhere Datenraten oder größere Reichweite, jeweils abhängig vom Anwendungsfall. |
| 10 | Bluetooth 5.1 | Zusätzliche Funktionen für genauere Richtungs- und Positionsbestimmung. |
| 11 | Bluetooth 5.2 | Enthält Grundlagen für LE Audio und effiziente Audioübertragung. |
| 12 | Bluetooth 5.3 | Optimierungen für Zuverlässigkeit, Energieverwaltung und Verbindungsabläufe. |
| 13 | Bluetooth 5.4 | Erweiterungen für Low-Energy-Anwendungen, etwa bei Sensorik und elektronischen Etiketten. |
Beispiel: Zeigt der Treiber „LMP 11.x“ an, basiert der Adapter auf Bluetooth 5.2. Diese Aussage bezieht sich auf die Controller-Unterstützung. Ob etwa LE Audio auf Ihrem konkreten PC nutzbar ist, muss zusätzlich anhand des Betriebssystems, des Treibers und der angeschlossenen Audiogeräte geprüft werden.
Wenn der LMP-Wert nicht angezeigt wird
Manche Windows-Treiber blenden technische Angaben aus. Dann identifizieren Sie zunächst das exakte Adaptermodell. Öffnen Sie im Eigenschaftenfenster den Reiter Details und wählen Sie im Dropdown-Menü Hardware-IDs. Kopieren Sie nicht wahllos jede Zeichenfolge, sondern notieren Sie Hersteller- und Gerätekennung oder den vollständigen Modellnamen.
Am zuverlässigsten sind danach diese Quellen:
- die technische Produktseite des Notebook-, Mainboard- oder PC-Herstellers;
- das Handbuch oder Datenblatt des verwendeten WLAN-Bluetooth-Moduls;
- die offizielle Supportseite des Chipherstellers mit Treiberinformationen;
- bei einem USB-Dongle: Verpackung, Rechnung oder Produktseite des Adapterherstellers.
Bei einem Desktop-PC kann Bluetooth auch über einen separaten USB-Adapter nachgerüstet worden sein. In diesem Fall ist dessen Spezifikation maßgeblich, nicht diejenige des Mainboards. Beachten Sie außerdem, dass einige günstige Adapter ihre Versionsangabe unpräzise verwenden. Ein Datenblatt des Originalherstellers ist aussagekräftiger als eine allgemeine Händlerbeschreibung.
Bluetooth-Einstellungen liefern nur indirekte Hinweise
Sie erreichen die Windows-Bluetooth-Einstellungen über Einstellungen > Bluetooth und Geräte. Dort können Sie Bluetooth ein- oder ausschalten, Zubehör koppeln und bekannte Geräte verwalten. Eine verlässliche Angabe wie „Bluetooth 5.2“ zeigt Windows an dieser Stelle normalerweise nicht an.
Auch die Anzeige „Bluetooth LE“ oder ein Eintrag wie „Microsoft Bluetooth LE-Enumerator“ beweist lediglich, dass Windows eine Low-Energy-Komponente erkennt. Sie ersetzt nicht die Prüfung des LMP-Werts. Gleiches gilt für die erfolgreiche Verbindung eines modernen Kopfhörers: Bluetooth ist grundsätzlich abwärtskompatibel, daher können Geräte unterschiedlicher Generationen oft gekoppelt werden, aber nicht zwingend mit allen neueren Sonderfunktionen.
Treiber aktualisieren und Ergebnis absichern
Wenn die Adapterinformationen unvollständig sind oder Verbindungsprobleme auftreten, installieren Sie den aktuellen Treiber direkt vom Hersteller. Bei Komplett-PCs und Notebooks ist die Supportseite des Geräteherstellers meist die beste erste Anlaufstelle, weil dort abgestimmte Treiber bereitstehen. Bei einem selbst zusammengestellten PC können Mainboard- und Modulhersteller entscheidend sein.
- Notieren Sie Modellbezeichnung und aktuelle Treiberversion im Geräte-Manager unter Treiber.
- Laden Sie den passenden Bluetooth-Treiber von der offiziellen Supportseite herunter.
- Installieren Sie ihn gemäß Herstellerhinweis und starten Sie Windows neu.
- Öffnen Sie erneut die Adaptereigenschaften und prüfen Sie den LMP-Wert.
- Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem offiziellen Datenblatt des Adaptermodells.
Ein Treiberupdate macht aus einem Bluetooth-5.0-Adapter keinen Bluetooth-5.3-Adapter. Es kann aber Kompatibilität, Sicherheit und Stabilität verbessern sowie fehlende Angaben im Eigenschaftenfenster verfügbar machen.
Wann sich ein neuer Bluetooth-Adapter lohnt
Ein Austausch ist sinnvoll, wenn der vorhandene Adapter defekt ist, keine stabile Verbindung herstellt oder eine benötigte Hardwarefunktion eindeutig nicht unterstützt. Für viele Desktop-PCs ist ein USB-Bluetooth-Adapter die einfachste Lösung. Achten Sie auf eine klare Versionsangabe, Unterstützung für Ihr Windows-System und möglichst auf einen Treiber des Markenherstellers. Bei Notebooks ist ein interner Tausch oft komplizierter; manche Geräte akzeptieren zudem nur bestimmte Funkmodule.
Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, welches Ziel Sie verfolgen: Für Maus und Tastatur reicht häufig ein etablierter Adapter aus. Für anspruchsvollere Audiowiedergabe oder moderne LE-Audio-Funktionen müssen dagegen Adapter, Betriebssystem, Treiber und Kopfhörer dieselbe Technik unterstützen.











